Januar 2004
Meine einzige Arbeit, die mit 1,0 bewertet wurde - und das, obwohl sie mit ihren neun Seiten auch gleichzeitig meine kürzeste Arbeit ist. Sie trägt den schlichten Titel "Über den Ressentiment-Begriff bei Friedrich Nietzsche".
Friedrich Nietzsche ist auch als 'Philosoph mit dem Hammer' bekannt. Diese Bezeichnung rührt daher, dass Nietzsche in seiner Philosophie mit christlichen und in unserer Gesellschaft seit Jahrhunderten etablierten Werten bricht und stattdessen für eine neue, 'ressentimentfreie' Moral plädiert. Was aber genau ist 'Ressentiment' und welche Stellung hat der Begriff in Nietzsches Philosophie? Dieser Frage versuche ich in dieser Arbeit auf den Grund zu gehen.
Der Begriff 'Ressentiment' ist einer der zentralsten Begriffe in Nietzsches
moralischer Gesamtkonzeption und steht als Synonym für Neid und die boshafte,
nachtragende, hinter vorgehaltener Hand geäußerte Missgunst für
andere und deren Werke und Taten. Ressentiment beinhaltet nicht die Möglichkeit
der schnellen Rache – deren leidenschaftlicher Befürworter Nietzsche
ist – sondern meint das kleinliche heimliche Bestreben der Menschen, immer
besser sein zu wollen, als andere. Nietzsche selbst ist ein leidenschaftlicher
Fürsprecher der Herrenmoral. Er ist der Ansicht, das Juden- und später
das Christentum, das für ihn die Wurzel allen Ressentiments ist, haben
dafür gesorgt, dass diese ursprüngliche und edle Moral durch die niederträchtige
und ressentimentdurchtränkte Sklavenmoral abgelöst wurde. Ich teile
diese Meinung nicht unumschränkt, was ich am Ende der Arbeit ausführe
und begründe.