Lektion 51
Weil Adler und Füchsin miteinander befreundet sein wollten, beschlossen sie, nahe beieinander zu wohnen. Und der eine baute also ein Nest, wobei er auf den Baum hinaufflog, die andere ging in ein Gebüsch hinein, das darunter lag, und brachte dort Kinder zur Welt.
Als sie aber irgendwann einmal hinausging, um Nahrung zu finden, raubte der Adler, weil er nichts zu essen hatte, ihre Jungen und verschlang sie gemeinsam mit seinen Neugeborenen.
Als die Füchsin aber zurückkam und das Geschehen erkannt hatte, hatte sie nicht in erster Linie (mehr) wegen dem Tod der Jungen Kummer, als wegen des Unvermögens sie zu verteidigen. Deshalb stellte sie sich in weiter Ferne hin und verfluchte den Feind, was allein übrig bleibt den Schwachen und Kranken.
Es wiederfuhr ihm dass ihn bald unvermerkt Strafe ereilte, für die Freveltat gegenüber der Freundschaft; während nämlich irgendwelche Leute eine Ziege auf dem Feld opferten, trug er vom Altar brennende Eingeweide empor; nachdem dies herbeigeschafft worden war, blies der Wind heftig in das Nest und entfachte aus leisem und altem Reisig eine helle Flamme; und deswegen fielen die verbrennenden (besser: in Brand geratenen) Jungen herunter auf die Erde. Und der Fuchs stürmte heran und fraß sie im Angesicht des Adlers alle auf.