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Lektion 30

Von Natur aus ist zwar das ungerecht behandelt Werden / sich ungerecht behandeln zu lassen (besser: das Unrecht) schändlicher, auf Grund der Konvention aber das unrechte Handeln. Und dies ist folglich nicht das Leiden/Schicksal eines Mannes, sich ungerecht behandeln zu lassen, sondern das irgendeines Sklaven, für den es besser (wichtiger, stärker) ist tot zu sein als zu leben, der, wenn er ungerecht behandelt wird, nicht imstande ist, sich selbst zu helfen und auch nicht irgendeinem anderen.
Aber, ich glaube, die meisten, weil sie die Stärkeren unter den Menschen und die, die fähig dazu sind, mehr zu haben, einschüchtern, sagen, dass das im Vorteil Sein niederträchtig und ungerecht ist, und dass dieses das ungerechte Handeln ist, das Streben, mehr zu haben als andere.
Gewiss aber glaube ich zumindest, die Natur selbst beweist dieses, dass es gerecht ist, dass der Bessere mehr als der Geringere hat und der Mächtigere mehr als der Ohnmächtige. Dies zeigt aber an vielen Stellen, dass es so ist, sowohl bei den anderen Lebewesen als auch bei den Menschen, dass das Recht auf diese Weise definiert ist, dass die Stärkeren den Schwächeren voraus sind (besser: vorausgehen, beherrschen) und mehr haben/besitzen (sollen -> Lektion 10?).
Mir scheint aber auch Pindaros genau das was ich sage, in dem Lied zu beweisen in dem er sagt (...?) dass Herakles die Kühe weggetrieben hatte, ohne sie zu kaufen oder sie von Geriones geschenkt bekommen zu haben, da dies von Natur aus das Gerechte sei, nämlich dass sowohl die Kühe als auch alle anderen Besitztümer der Geringeren und Schwächeren den Besseren und Stärkeren gehören sollen.